Schreib doch du was in die Geburtstagskarte von Gudrun. Hier ist die Karte. Bamm. Was könnte ich hier auf die Schnelle beitragen? Ohne nachzudenken alles Gute zum Geburtstag zu wünschen, ist wohl zu wenig. Da liegen die Erwartungen vermutlich schon etwas höher. Und dabei ist alles schon mal dagewesen, alles schon x-Mal geschrieben – Allgemeinplätze, Floskeln – gibt es irgendwas Aktuelles, einen Bezug, der wirklich zum Geburtstagskind passt? Ich krame in meinem Gehirn herum.
Es kann doch nicht so schwer sein
Sei ehrlich, du bist auf meine Seite gekommen und hast dir gedacht: Ha, ihr geht es auch nicht anders als mir. Mein letzter Blog-Beitrag ist vor einem halben Jahr online gegangen. Nein – ich hatte nicht so viel zu tun, dass ich das Schreiben von ein paar Blogs nicht unterbringen hätte können, aber …
Wann schreibe ich meinen Blog
Was Privates zu Schreiben – auf Befehl – ist nicht meine Spezialdisziplin. Ich brauche Zeit und Lust auf den Gedankenfluss, der wie ein Gewitterregen die Bäche anschwellen lässt, bis sie übergehen und alles, was sich ihnen in den Weg stellt mit einer Energie und Kraft mitreißen, die die eigene Vorstellungskraft um ein Vielfaches übersteigt. Wenn sich alle Schleusen öffnen, die Gedanken aus allen Richtungen kommen, dann dauert es eine Weile, bis sich eine Ruhe einstellt, die ein lesbares Schreiben überhaupt erst möglich macht.
Wie gehe ich mit Schreibzwang um
Beim Schreiben „für mich“ will ich den Moment genießen, den Moment, in dem alles leicht wird, sich die „richtigen“ Wörter wie von selbst einstellen. Das geht schwer mit Schreibzwang. In meinem Schreib-Business gelingt es mir leichter, da gibt es andere Rahmenbedingungen. Da genieße ich die genauen Anweisungen, exakte Briefings und volle To-do-Listen, aber wenn es um meinen eigenen Blog geht, muss ich erst in eine tiefe Beziehung mit mir selbst kommen. Da will ich das Letzte aus mir herausholen.
Ehrliche Texte
Das bin ich DIR schuldig. Schließlich wirst auch du immer mehr KI-generierte Texte lesen müssen und immer weniger ehrliche Reflexionen zu lesen bekommen, die dir – im besten Fall – eine unbekannte Perspektive auf ein Thema eröffnen oder dir ein zustimmendes Nicken entlocken.
Mein Warum
Mich verbindet das Nicht-auf-Befehl-Schreiben mit meinem Warum? Keep your Eye on Your Why – heißt es in den Marketing-Ratgebern so schön. Wenn ich nicht mehr weiß, warum ich meinen Beruf mache, dann …
Nicht auf Befehl schreiben
Ja, was ist dann? Dann mache ich mich schreibend auf die Suche. Das war bei mir immer schon so. Du denkst dir jetzt vielleicht: Genauso klingt dieser Beitrag. Du hast recht. Aber wo bekommst du sonst so etwas zu lesen. Nicht die maschinengeglättete Version, sondern die unzensierte, direkt von der Seele geschrieben? Echt und nahbar. Fehlerhaft und unvollkommen.
Ach, da war ja noch was: Das neue Jahr hat begonnen und mit ihm die guten Vorsätze. Wie viele Blogbeiträge kann ich dir versprechen? Ich weiß es nicht, aber eins verspreche ich dir: Jeder kommt mit jedem Wort von MIR und nicht von Walter. (mehr dazu im Blog: Künstliche Intelligenz: Wer ist Walter?)